Intro             Concepts             Artists             Contact





Hans Jörg Paliege - Das Boogie-Woogie Piano Axel Zwingenbergers





Der Klavierstil Axel Zwingenbergers gilt heute als Standard im Boogie-Woogie Piano. Eine
historische Herleitung und eine Analyse der Transkription der Cd BOOGIE WOOGIE - live
sollen Formen und Aufbau dieser Musik näher beschreiben.


Der erste Teil skizziert dabei musikhistorisch die Entwicklung, ausgehend von den Worksongs
afroamerikanischer Sklavenarbeiter ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten
der USA, über die Gattung des Blues bis hin zum klassischen Boogie Woogie Piano der 1930er
Jahre. Die Einflüsse des Ragtime, der sich ab 1885 im Opus Scott Joplins und James Scotts
etablierte, und sich als Stride Piano und Barrelhouse von James Price Johnson und
Montana Taylor fortsetzte, werden in diesem historischen Kontext ebenfalls behandelt.

Die Entwicklungslinien werden dabei bis zum klassischen Boogie Woogie Piano der ersten
Generation von Clarence Pine Top Smith, Meade Lux Lewis, Albert Ammons und Pete Johnson
verfolgt, das als Grundlage für die Spielweise des Hamburger Pianisten Axel Zwingenberger
gilt. Anhand ausgewählter Beispiele soll die Entwicklung von Form, Struktur, Rhythmik, Dynamik
und Inhalt analytisch nachvollzogen werden. Die Parallelentwicklungen des amerikanischen
Jazz werden dabei nicht näher betrachtet.

Der zweite Teil umfasst eine Analyse der Transkription der Cd BOOGIE WOOGIE - live. Neben dem
formalen Aufbau und der Struktur dieser Stücke soll der improvisatorische Umgang mit dem
motivischen Material dargelegt werden. Ein weiterer Punkt befasst sich mit der Verwendung häufig
gebrauchter Spielfiguren zwischen thematischer Arbeit und improvisatorischer Fortführung im
Verlauf eines Stückes. Darüber hinaus werden die Dynamikverläufe und Begleitfiguren der linken
Hand, sowie die verwendeten Tonskalen und die sich ergebende Polyrhythmik untersucht, da sie
einen wesentlichen Bestandteil des Boogie-Woogie Pianos ausmachen.

Der dritte Teil soll die Möglichkeiten des vierhändigen Zusammenspiels als Erweiterung der
Formen, Strukturen und Inhalte des im zweiten Teil behandelten Zwingenbergerstils unter
besonderer Berücksichtigung der dramaturgischen Situation erarbeiten, das sich ebenfalls
an praktischen Beispielen orientiert. Als Vorlage dienen dabei die vierhändigen Einspielungen
von Axel Zwingenberger, Jay McShann sowie Vince Weber.

Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist dabei die Erfassung und Eingrenzung des Zwingen-
bergerstils als zeitgenössisches Boogie-Woogie Piano zu zwei und vier Händen auf der Grund-
lage der historischen Entwicklung des Blues ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.







Hans Jörg Paliege (Hrsg.) Das Boogie-Woogie Piano Axel Zwingenbergers, München, 2008.






0700 Pianisten